Putin, Quelle: firdaus omar_Flickr

Wenn man diese Neuerscheinung unter den Computerspielen im aktiven Test beginnt, anzuspielen, dann hat man auf den ersten Blick irgendwie das Gefühl, im falschen Film zu sein. Man könnte das ganze Konstrukt fast für eine geschickte Propagandaaktion des „lupenreinen“ Demokraten, der im russischen Kreml regiert, halten.

Das Browserspiel Voinushka (Voinushka bedeutet im Russischen ungefähr so viel wie „Schießt sie nieder!), welches vom auch in Deutschland bekannten Entwickler Progestar auf den Markt gebracht wurde, zeigt den russischen Präsidenten Wladimir Putin als Protagonisten. Wer die offizielle Website des Spiels besucht, der findet ein kleines Video auf, das unter anderem auch Putin zeigt, wie er in verjüngt, verschlankt und sportlich in macho-mäßiger Positur posiert. Auf Anfrage an den Hersteller, warum Putin auf diese Art und Weise verschönert oder gar verherrlicht wurde, gibt es die einleuchtende Antwort, dass Wladimir Putin eben bei einem großen Teil der jungen Bevölkerung ein großer Volksheld sei und von ihnen so gesehen werde, wie es eben das Bild und der Auftritt im Spiel Voinushka zeigt. Putin werde nicht nur als Politiker, sondern auch als Mensch von vielen Russen sehr verehrt. Insofern sei hier nicht von einer Verherrlichung zu sprechen. Aha. So weit, so gut.

Interessant ist zudem, welche Partnerin dem Volkshelden Wladimir Putin in Voinushka oder einfach „War“ (laut offizieller Website) zur Seite gestellt wird. Dabei handelt es sich nämlich um eine auffallend attraktive, rothaarige Frau, die mit einem Gewähr ausgerüstet ist und in enger Militärkleidung steckt. Von ihrer Erscheinung her mutet sie doch sehr an die Ende Juni letzten Jahres in den Vereinigten Staaten entdeckte russische Spionin Anna Chapman alias Agent00Sex an. Das sei laut offiziellem Verständnis allerdings nur die Sichtweise der Spieler, die Figur würde keinem realen Vorbild nachempfunden sein.

Die Regierungsseite reagierte übrigens verärgert über die Veröffentlichung von Voinushka, das in das russische Facebook-Portal Vkontakte.ru integriert ist, da angeblich der Präsident nicht informiert worden wäre. Wenn es sich dabei nicht mal nicht um eine bewusst gezündete Nebelkerze handelt…

 

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